Geschichte
#68473Die ersten Anfänge der Chrischona-Arbeit in Andelfingen gehen auf das Jahr 1856 zurück. Damals, während des Eisenbahnbaus, war Pilgermissionar Kündig im Zürcher Weinland tätig. In der Folge hielten weitere sieben Chrischonabrüder von auswärts Versammlungen, bis im Jahre 1875 Heinrich Spörri in Andelfingen stationiert wurde. Nach dem Bau des Vereinshauses in Marthalen zog dieser 1877 dort ein. Von da an bis 1996 wurde Andelfingen von den in Marthalen tätigen Chrischonapredigern als Aussenstation der regionalen Gemeindearbeit bedient.
Aus den vorhandenen Protokollen ergibt sich, dass die seit vielen Jahren in Andelfingen bestehende Versammlung am Bettag 1903 offiziell als eigene Gemeinschaft gegründet wurde (jedoch ohne eigenen Prediger). Die Sonntagspredigten wurden abwechselnd vormittags und nachmittags gehalten, zudem gab es dreimal monatlich eine Abendbibelstunde. Es bestand ein eigener Gemischter Chor und während Jahrzehnten eine eigene Sonntagsschule. Die ursprünglich als Gemeinschaft bezeichnete war recht aktiv. Sie veranstaltete fortschrittlich schon vor über 70 Jahren verschiedentlich Frauenabende mit auswärtigen Referentinnen und immer wieder Evangelisationen (teils allein, teils auf Allianzbasis), an denen Menschen zum Glauben kamen und Anschluss an die Gemeinde fanden. Anfänglich handelte es sich bei den Zusammenkünften um Hausgemeinden. In der Folge, bis 1920 versammelten sich die Gemeinschaftsleute in einem vom Turmuhrenfabrikanten Mäder in Kleinandelfingen zur Verfügung gestellten Lokal. Von da an hatte die Chrischona-Gemeinde Gastrecht im Saal der Heilsarmee. Als diese im Jahre 1941 ihre Arbeit in Andelfingen einstellte, stand die Chrischona-Gemeinde vor der Frage: Wie weiter? Sie war finanziell nicht in der Lage, das Heilsarmeelokal zu übernehmen. So kam es dazu, dass sie wieder den ursprünglichen Saal von Familie Mäder mitbenützen durfte, bis dieser im Jahr 1959 veräussert wurde. Seitdem erhielt die Chrischona-Gemeinde Gastrecht in den Räumen der Primarschulgemeinde Kleinandelfingen. Erst auf den 1. Januar 1997 löste sich unsere örtliche Gemeinde von Marthalen und besteht seither als selbständige Arbeit, mit eigenem in Andelfingen stationiertem Prediger. Nachdem über Jahrzehnte keine eigene Kinderarbeit mehr bestand, ist diese wieder aufgenommen worden; zudem wird jetzt auch Konfirmandenunterricht erteilt. Weiterhin war es die Primarschule Kleinandelfingen, die der Chrischona-Gemeinde Räume für ihre Tätigkeit – vor allem den neuen prächtigen Mehrzweckraum für die Sonntagspredigten – zur Benützung überliess. Bald aber fehlten Räume, die auch wochentags für verschiedene Aktivitäten genutzt werden konnten.
Ein Inserat in der Andelfinger Zeitung, worin die Malerwerkstätte von Richard Stegemann zur Vermietung ausgeschrieben wurde, machte den Anfang einer ereignisreichen Geschichte. Die entsprechenden Räumlichkeiten wurden bald darauf von Gemeindeleitung und Architekt in Augenschein genommen. Auch wurden die finanziellen Möglichkeiten eines Um- und Ausbaus geprüft. Der Vertrag kam zustande und ein intensives Bauprojekt nahm seinen Lauf. Mit viel Eigenleistungen, Herzblut sowie der einen oder anderen Reiberei, entstand nach und nach ein modernes, einladendes Lokal, das den Ansprüchen des Gemeindelebens entsprach und das bis heute tut.
Um diese Zeit konnte der damalige Prediger Markus Salzmann zu 100 % angestellt werden und es bestand keine Abhängigkeit mehr von der Chrischona-Gemeinde Marthalen. Die Gemeinde entwickelte sich in dieser Zeit sehr positiv. Insbesondere die Jugendarbeit florierte sehr. Ansonsten hat sie sich zu einer lebendigen Mehrgenerationen-Gemeinde entwickelt.