Als Gott uns schuf, legte er viele wunderbare Schätze in uns Menschen. Er gab uns viele wunderbare Fähigkeiten, Schönheit, die Voraussetzung für zwischenmenschliche Gemeinschaft sowie Gemeinschaft mit Gott selbst.
Wir Menschen haben oft das Gefühl, alles selber im Griff zu haben und selber zu wissen, was gut ist für uns und was nicht. Dass dem nicht so ist beweisen wir tagtäglich, indem wir uns irren, indem wir verheissungsvolle Wege einschlagen, die sich als Irrwege entpuppen, indem wir Beziehungen eingehen, die sich negativ entwickeln (auch aufgrund unseres eigenen Verschuldens) und indem wir in einer Art und Weise mit der Schöpfung (Natur) umgehen, dass es diese aus ihrem Gleichgewicht wirft. Die Folge davon ist ein grosser Scherbenhaufen an Frust, zerbrochenen Beziehungen (das reicht von gegenseitigem Misstrauen bis hin zu Massenmord) und einer Schöpfung, die mehr und mehr ausser Rand und Band gerät. Ein Scherbenhaufen, der nun zwischen Gott und uns steht. Schliesslich haben wir aufgrund von Selbstüberschätzung in unserem eigenen Leben, im Leben Anderer und in der Schöpfung, Gottes Eigentum zerstört.
Der Gott der Gnade hat uns durch seinen Sohn Jesus Christus von diesem Scherbenhaufen befreit. Der Zugang zu Gott ist also für jeden, der seine missliche Lage einsieht und zu Gott umkehren will, wieder frei. In diesem Sinne ist das, was uns ausmacht das, was Gottes Gnade aus uns macht.
All die wunderbaren Fähigkeiten, die Schönheit, die Beziehungsfähigkeit, die aufgrund unseres Besserwissertums mehr oder weniger verkümmert sind, gilt es nun wieder zu entdecken und zu entfalten. Indem wir es zulassen, dass Gott in seinem Heiligen Geist wieder mit uns in Verbindung tritt, und uns in seiner Liebe ein Leben entsprechend unserer einzigartigen Bestimmung leben lässt, finden wir mehr und mehr in unsere ursprüngliche individuelle Begabung, (innere und äussere) Schönheit und Beziehungsfähigkeit zurück.
Ein Bestandteil unserer Ursprünglichkeit ist das Leben in der Gemeinschaft. Das Geheimnis Gottes, gemäss dem Gott drei Personen und gleichzeitig ein Gott ist (Fachbegriffe: Dreieinigkeit, Trinität, Dreifaltigkeit), ist Ursprung (Abbild) und Ziel (Vorbild) unserer Gemeinschaft. Schliesslich hat Gott uns Menschen als Gemeinschaft entsprechend seinem Ebenbild geschaffen. In diesem Sinne führt uns Gottes Heiliger Geist in diese ursprüngliche Gemeinschaft zurück. Das tut er auf verschiedenen Ebenen. So heilt er die ehelichen, familiären Beziehungen, schenkt tiefe freundschaftliche Zweier-Beziehungen, lässt es gelingen, dass wir in kleinen Gruppen das Leben teilen können, führt uns in die Gemeinschaft der Kirche und bindet uns in die Gemeinschaft aller Christen auf der ganzen Welt ein.
Kirche bedeutet in unserem Fall konkret, dass wir eine Gemeinschaft von gegenwärtig mehr oder weniger sechzig Menschen jeglichen Alters sind, die sich regelmässig als gesamte Gemeinde im Gottesdienst, sowie im kleineren Kreis in Kleingruppen treffen. Was uns ausmacht ist das, was Gott aus uns macht. Er ist noch lange nicht fertig mit uns (Gott hat glücklicherweise viel Geduld mit uns), weshalb nicht alles perfekt und super ist. Im Vergleich mit grösseren Frei- und Landeskirchen sind unsere Angebote und Aktivitäten sehr überschaubar. Die Gottesdienste leben von den unterschiedlichen Persönlichkeiten, die Gott der Gemeinde zugeführt hat. Sie sind deshalb von einer belebenden Vielfalt geprägt, sowie einem Klima des Vertrauens und der Wertschätzung, in dem man Fehler machen und aus Fehlern lernen darf.
Unsere Aktivitäten haben allesamt die Förderung der einzelnen Menschen in Leben und Glauben zum Ziel. So sollen Begabungen entdeckt und entfaltet, Persönlichkeit gebildet, Beziehungen vertieft und Glauben gestärkt werden. So, dass jeder einzelne mehr und mehr in das ursprüngliche Ebenbild Gottes zurückverwandelt wird und mit allem was er ist und tut Gott ehrt und andere Menschen in Wort und Tat auf Gott und seine Liebe hinweist.